Die Mutprobe

 

Vorgestern, als ich mit der Kleinen spazieren war, habe ich eine interessante Beobachtung gemacht: eine große, attraktive und sehr stylische Frau lief auf der anderen Straßenseite und führte ihren Sohn an der Hand. Jetzt fragt ihr euch bestimmt – was ist so besondres daran? Die Dame trug eine sehr hochwertige und teure (und das hat man sofort gesehen) cremefarbene Lederjacke, eine exklusive Tasche eines bekannten Designers und – eine sehr lange Jeans mit Schlag. Oben saß die Jeans extrem eng, und ungefähr ab dem Knie wurde sie sehr weit. Das könnt ihr euch bestimmt gut vorstellen, oder? Vor ein Paar Jahren waren solche Jeans ein richtiger Trend! Was war komisch daran? Die Dame wollte besondres stylisch und elegant aussehen, und trug offensichtlich wahnsinnig hohe Schuhe, die vollkommen von der Jeans verdeckt waren. Die Hose berührte fast den Asphalt, aber wenn man diese Frau von Weitem angeschaut hat, kamen einem ihre Beine ewig lang vor und das ganze Outfit sah einfach fantastisch aus. Nur ein Aber – sie konnte kaum in den Schuhen laufen. Sie hat alles sehr gut durchdacht und einen perfekten, coolen Look zusammengestellt, aber der ganze Auftritt wurde durch ihren wackeligen und total unsicheren Gang ruiniert. Man konnte in ihren Augen lesen: „Hoffentlich breche ich mir nichts… Wo ist das Auto? Warum habe ich so weit weg geparkt?“

Ich musste lächeln, doch ich hatte Verständnis mit der Dame. Wie oft haben wir Frauen schon etwas total angesagtes und – wir wir dachten – superstylisches getragen, und dabei sich selbst die ganze Zeit gefragt haben: „Warum tue ich mir das an?“ Ihr wisst doch sicherlich, wovon ich spreche, oder? 🙂

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Gutes Beispiel – dieses Seidenkleid und diese silbernen Stilettos, die ich bei einer  Ausstellung getragen habe. Sowohl das Kleid, als auch die Schuhe haben mir kein bisschen Bewegungsfreiheit gelassen. So stand ich den ganzen Abend da. Man könnte denken, ich gehöre zum Performance des Künstlers.

Dann habe ich nachgedacht… Was habe ich denn schon angezogen, was ich am Liebsten nach 1 Stunde in die Mülltonne werfen oder verbrennen würde für all das Lied, was es mir angetan hat? So entstand diese Liste, die ich euch heute präsentieren möchte. Vielleicht habt ihr auch ein Paar ähnliche Punkte auf eurer persönlichen Fashion-Victim-Liste?:):

Ich habe schon:

  • eine Lederleggins und Hose aus Leder getragen (die vor einigen Jahren total im Trend waren) und fand, dass es nichts unangenehmeres gibt, als diese Teile, die wie ein Tesafilm an meinen Beinen klebten. Keine Frage, aussehen tun sie gut, aber alles andere (inklusive Reinigung) ist sehr problematisch
  • (der Klassiker) Schuhe gekauft, die mir ganz klar 3 Nummern zu klein waren, nur weil ich sie unbedingt haben musste und die richtige Größe schon ausverkauft war, nach dem Motto:“Ich muss sie trotzdem haben, vielleicht werden sie ja etwas weiter, wenn sie daheim ein Paar Tage trage“. Wir wissen alle wo das endet.
  • auch Schuhe getragen, die mir passten, aber in denen man sich kaum bewegen konnte – genau wie die Dame auf der Straße. Ich mache das aber nicht mehr, weil es einfach jeder merkt und darüber lacht:) Mit Recht, übrigens:)
  • ein Kleid getragen, in dem man ausschließlich stehen konnte und der sich nicht mal für minimale Aktivität geeignet hat – als man einen Träger hochgezogen hat, war der andere schon wieder runtergerutscht. Alles war zu eng, alles klemmte, überall schaute etwas raus. Na ja, im Schaufenster sah das Kleid definitiv besser aus – dafür wurde es auch wahrscheinlich gemacht
  • Leggins mit Rock angezogen. Ja, ich stehe dazu! Es war aber in der 10 Klasse und damals war es ein Mega-Trend. Nur: da ich die Leggings im Hochsommer gekauft habe und es kaum erwarten konnte allen zu zeigen, wie stylisch ich bin, habe ich dieses wunderbare Outfit gleich am ersten Tag nach dem Kauf getragen. Der zufällig – mit 35 Grad C – der heißeste Tag des Jahres war. Für ein Paar verwunderte Blicke hat mein Look auf jeden Fall gesorgt!

So etwas ist euch bestimmt auch schon mal passiert, stimmt? Wir sind oft bereit ziemlich viel Komfort und Geld für DEN Look zu opfern, aber erreichen leider nicht immer den gewünschten Effekt… Na und? Man sollte es einfach nicht so ernst nehmen! Die Mut ist das, was zählt! Und die Mut alleine hat schon Respekt verdient!:)

Habt einfach Spaß und lasst euch eure Laune nicht verderben – weder von unbequemen Schuhen, noch von denen, die über alles und jeden einen Kommentar abgeben müssen. Wenn jemanden etwas nicht gefällt, dann…

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LOOK THE OTHER WAY!

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